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Kein Platz für Faschistische Strukturen in Teltow!
Alternative Freiräume erkämpfen!

Am 17. Mai führt ein Bündnis antifaschistischer Gruppen eine Demonstration in Teltow durch. Gründe dafür gibt es mehr als Nordic Thunder, Neue Straße 3, Inhaber: Simon Wedel, Mitarbeiter: Ahmet Kozmazgenug. In Teltow agiert eine starke gewaltbereite Naziszene, die seit Jahren ungestört eine Infrastruktur aufbauen konnte. So findet sich in dem Ort alles, was das rechte Herz begehrt: Mit dem „Nordic Thunder“ ein Bekleidungsgeschäft und dem „Kaos“ ein Tattooshop. Als Rückzugsraum dient die Nazikneipe „Red Berry“ oder wahlweise die, zwar unpolitisch, aber dennoch stark von Rechts besetzte Disco „Musicpark“. Nicht selten finden sich hier auch Rechtsextremisten aus anderen Regionen, wie Potsdam, Teltow-Fläming oder Königs Wusterhausen an.

Rechtsextreme Musik, als „Einstiegsdroge“ und verbindendes Element produzieren gleich mehrere Bands in Teltow. In Seefeld wollte die Rechts-Rock Band „SIGIL“ (aus Teltow) zusammen mit der Berliner Band „Legion of Thor“ am 30. September 2006 spielen, wurde jedoch von der Polizei daran gehindert. Auf dem Grundstück waren weit mehr als 100 Personen aus den Reihen der NPD, des „Märkischen Heimatschutzes“ sowie diversen Personen der Fußball-Szene des BFC Dynamo erschienen.
Höheren Bekanntheitsgrad in der Szene genießt die Band „Hassgesang“
(die auch als „Agnar“, „No Escape“ oder „Anger Within“ auftreten), die laut Verfassungsschutz ebenfalls aus Teltow stammt, unter anderem wegen ihrer Israelfeindlichen, antisemitischen Texten: 

Es heißt Palästina und nicht Israel
Doch dort herrschen Zionisten unter Mordbefehl
Und dann darf man hier nicht sagen, was man denkt
Wenn mal ein Araber verzweifelt die Besatzer sprengt
Das tapfere Volk von Palästina sollte man verehren
Weil sie allein sich auf der Welt noch gegen die Juden wehren.“

Gordon Bodo Dreisch (links) und sein Vater Uwe bei einem Naziaufmarsch in Berlin-Rudow 2007 „Hassgesang“ hat bereits mehrere Alben produziert, wobei der Grossteil verboten wurde. Der Liedermacher „Midgards Stimme“ alias Gordon Bodo Dreisch kommt ebenfalls aus Teltow, wohnt mittlerweile in Süd-Berlin, hält die Verbindungen nach Teltow jedoch aufrecht. Auftritte von ihm konnten bisher nicht festgestellt werden. Auch seine Texte sind nationalistische und fremdenfeindlich: "Wir bleiben treu bis in den Tod, für die Fahne schwarz weiß rot"

Rechtsextreme Kleidung, Musik und Läden sind für die Szene nicht nur eine lukrative Verdienstmöglichkeit sondern sorgen gleichzeitig für ein gesteigertes Selbstbewusstsein der lokalen Nazis. Das mündet, entsprechend ihrer Ideologie, in gewalttätigen Übergriffen auf alles was anders ist. So wurden Anfang Januar diesen Jahres linke Jugendliche von den bekannten Nazis Andreas Lorenz und Michael Polleske attackiert. Die Kneipe „Red Berry“ war sogar Ausgangspunkt für gleich drei rechtsextrem motivierte Gewalttaten an einem Abend in der Silvesternacht 2007.
Dementsprechend offensiv werben auch die Nazis für ihre menschenverachtenden Inhalte. Mitte August 2007 brachten sie metergroße Schriftzüge mit Bezug auf den Kriegsverbrecher Rudolf Hess an Häuserfassaden an. Regelmäßig werden ganze Straßenzüge mit rechtsextremen Aufklebern zugeklebt.

Da alternative, linke und andersdenkende Menschen in diesem faschistischen Weltbild keinen Platz haben, sind weite Teile Teltows für sie ein Angstraum. Kommt es doch fast wöchentlich zu Drohungen, Beleidigungen, Hetzjagden und tätlichen Übergriffen auf Jugendliche die keine rechte Gesinnung haben. Öffentliche Plätze werden dadurch von den meisten gemieden oder nur schnell überquert.
Jugendliche in Teltow können sich lediglich ins Private oder in andere Städte flüchten, öffentliche Anlaufpunkte, die konsequent Nazis den Zutritt verwehren sind in Teltow nicht vorhanden. Es gibt keine Strukturen, wie zum Beispiel ein alternatives Jugendzentrum, das als Rückzugsraum oder Treffpunkt genutzt werden kann. In Anbetracht der verfestigten Strukturen in Teltow ein skandalöser Zustand. Deswegen gehen wir am 17. Mai auf die Straße um den Nazis zu zeigen dass sie in Teltow nicht erwünscht sind und für nicht-Rechte dringend Alternativen geschaffen werden müssen.

 

Für die Freiheit, Für das Leben,
Nazis von der Straße fegen!